Kühlhaus oder Gefrierhaus – für die richtige Arbeitsbekleidung macht das einen deutlichen Unterschied. Je tiefer die Temperatur, desto höher die Anforderungen an Isolation und Schutz. Dieser Ratgeber erklärt, worin sich die Bereiche unterscheiden und wie Betriebe die passende Kälteschutzkleidung nach EN 342 auswählen. Wer die Unterschiede zwischen Kühlhaus und Gefrierhaus kennt, wählt gezielter aus und vermeidet sowohl eine Unter- als auch eine Überausstattung.

Temperaturen im Kühlhaus und Gefrierhaus

In Kühlhäusern herrschen typischerweise Temperaturen bis etwa -25 °C, in Tiefkühl- und Gefrierbereichen bis rund -37 °C. Mit sinkender Temperatur steigt die Belastung für den Körper – zusätzlich verstärkt Luftbewegung, etwa durch Kühlaggregate, das Kälteempfinden spürbar (Windchill-Effekt). Für die Bekleidung heißt das: Ein Parka, der im Kühlhaus ausreicht, kann im Gefrierhaus zu wenig Schutz bieten. Maßgeblich sind immer die tatsächliche Temperaturzone und die Aufenthaltsdauer.

Neben der reinen Lufttemperatur spielen auch Luftfeuchte sowie der Kontakt mit kalten Oberflächen oder Waren eine Rolle. Wer sich überwiegend im Gefrierbereich aufhält, benötigt in der Regel eine höhere Isolationsleistung als beim gelegentlichen Kommissionieren im Kühlhaus. Die Frage „Kühlhaus oder Gefrierhaus?“ ist damit der erste Schritt bei der Auswahl.

Isolationswerte richtig lesen

Der zentrale Kennwert für Kälteschutzkleidung ist die Wärmeisolation. Die Norm EN 342 bewertet Schutzkleidung gegen Kälte unter anderem anhand des Wärmedurchgangswiderstands (Isolationswert), der Luftdurchlässigkeit und – optional – der Wasserdichtheit. Die Ergebnisse werden in Klassen angegeben: Je höher der Isolationswert, desto wärmer die Bekleidung. Beim Vergleich lohnt der Blick auf Etikett und Datenblatt, die die geprüften Klassen ausweisen. Ob Kühlhaus oder Gefrierhaus – der passende Isolationswert hängt von der Zieltemperatur ab. Wichtig: EN 342 kann sowohl einzelne Kleidungsstücke als auch komplette Bekleidungssysteme bewerten – die Kennzeichnung gibt an, worauf sich die Prüfung bezieht.

Für die Auswahl ist neben der Isolationsklasse entscheidend, wie lange und bei welcher Temperatur gearbeitet wird – die Norm ordnet die Schutzwirkung diesen Bedingungen zu. Ein Vergleich lohnt sich daher immer bezogen auf den konkreten Einsatz.

Parka oder Overall – was passt wann?

Ob Parka, Latzhose, Overall oder ein kombinierbares System besser passt, hängt von Tätigkeit und Temperaturzone ab. Ein Parka bietet viel Bewegungsfreiheit und lässt sich flexibel überziehen – praktisch, wenn Beschäftigte zwischen temperierten und kalten Bereichen wechseln. Eine Kombination aus Jacke und Latzhose oder ein Overall schließt Kältebrücken an der Taille und eignet sich für längere, durchgehende Aufenthalte im Gefrierbereich. Für sehr tiefe Temperaturen ist meist ein durchgehend isolierendes System sinnvoll, das Rumpf und Beine gleichermaßen schützt.

Ob Kühlhaus oder Gefrierhaus – entscheidend ist, dass Schnitt und Isolation zur jeweiligen Temperaturzone passen und die Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

Achten Sie außerdem auf verschließbare Bündchen, hohe Kragen und überlappende Verschlüsse, damit an Hals, Handgelenken und Hüfte möglichst wenig Wärme entweicht.

3M Thinsulate und andere Isolationsmaterialien

Für die Wärmeleistung sorgt das Isolationsmaterial. Verbreitet ist 3M Thinsulate – eine feine Mikrofaser-Wattierung, die auch bei geringer Materialdicke gut isoliert und dadurch angenehm beweglich bleibt. Daneben kommen weitere synthetische Wattierungen und mehrlagige Aufbauten zum Einsatz. Entscheidend ist nicht allein das Material, sondern das Zusammenspiel aus Isolation, Winddichtigkeit und Passform. Feuchtigkeit verschlechtert die Isolationswirkung – atmungsaktive Materialien, die Schweiß nach außen transportieren, helfen, die Wärmeleistung zu erhalten.

Damit die Isolation dauerhaft wirkt, sollten die Pflegehinweise der Hersteller beachtet werden – verschmutzte oder durchnässte Kleidung verliert einen Teil ihrer Schutzwirkung.

Produktempfehlungen

Für Kühlhaus- und Gefrierhausarbeit bieten wir zertifizierte Kälteschutzkleidung nach EN 342 – vom einzelnen Parka bis zum kombinierbaren System, auf Wunsch mit Firmenlogo. Welche Ausführung passt, richtet sich nach Ihrer Temperaturzone und Tätigkeit. Eine Übersicht der geeigneten Modelle finden Sie in unserer Kategorie für Kühlhaus- und Kälteschutzbekleidung. Ob Kühlhaus oder Gefrierhaus: Gern beraten wir Sie zur passenden Temperaturzone, Passform und Ausstattung und stellen ein stimmiges System zusammen.

Kälteschutzkleidung nach EN 342 – ob Kühlhaus oder Gefrierhaus

Kälteschutzbekleidung ansehen

Weitere Ratgeber zum Thema Kälteschutz

Alle Angaben ohne Gewähr und ersetzen keine rechtliche oder fachkundige Beratung; für die Einhaltung der Vorschriften ist der Betrieb selbst verantwortlich.

Join our newsletter

Volutpat vel turpis nulla lorem sed semper. Aliquam sagittis sem libero viverra vehicula nullam ut nisl.